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Rheinische Post: Seehofers Problem - Von REINHOLD MICHELS

Düsseldorf (ots) -

Gerade Christ-Soziale sollten sich angesichts
Horst Seehofers anscheinend überstandener Berliner Love Story abseits
der Ehe den berühmten Satz aus der Bibel bewusst machen: Wer aber 
unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Wer unter den 
tausend Delegierten des CSU-Parteitages Ende September den 
zweitausend Jahre alten, immer jungen Appell gegen Hochmut und 
Selbstgerechtigkeit ernst nimmt, der wird den allzeit verschmitzten 
Ehe-Sünder Seehofer - ob er ein reuiger Sünder ist, lässt sich 
schwerlich beurteilen - nicht mit einer Art ewiger Partei-Verdammnis 
belegen.
Eine ganz andere politische Frage ist es - und diese Frage werden 
und sollten sich die christsozialen Delegierten bei der 
Vorsitzenden-Auswahl getrost stellen -, ob es nicht beim Kandidaten 
Seehofer einen Hang zu Hochmut und Selbstgerechtigkeit gab und gibt. 
Er will sich einer Partei, die mehrheitlich 
christlich-wertkonservativ ist oder zu sein behauptet, ausgerechnet 
als Bewerber um den Vorsitz zumuten. Das muss man nicht für 
angemessen halten. Es gibt menschlich schwierige Situationen, in 
denen jeder, besonders aber ein auf Platz eins erpichter Politiker, 
gut beraten ist, innezuhalten, anstatt sich zusätzlich zu exponieren,
wie Horst Seehofer das vorhat.

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Rückfragen bitte an:
Rheinische Post
Redaktion

Telefon: (0211) 505-2303

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