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Rheinische Post: Gemeinschaft in der Schule - wie?

Düsseldorf (ots) -

Von Jens Voss
Das Wort ist so schön: Gemeinschaftsschule. Weniger schön ist: 
Wieder sind wir mitten in einer Strukturdebatte. Das Deprimierende an
solchen Debatten ist, dass vieles, was mit Praxis und Unterricht zu 
tun hat, in den Hintergrund rückt. Das ist schön für Politiker, die 
emotionale Schlagwort-Debatten brauchen, und schlecht für Schüler, 
die guten Unterricht brauchen. Das SPD-Modell wirft jede Menge 
praktische Fragen auf. Die erste ist die: Wieso schafft man 
eigentlich das dreigliedrige Schulsystem ab, wenn man eine Schule 
"Gemeinschaftsschule" nennt und in ihr drei Bildungsgänge 
installiert? Wieso soll es besser sein, drei Bildungsgänge unter 
einem Dach zu organisieren - anstatt drei Bildungsgänge unter drei 
Dächern?
Und weiter: Die dramatische pädagogische Herausforderung von zwei 
gemeinsamen Jahren aller Schüler in den Klassen fünf und sechs wird 
nicht einmal angetippt. Allein die Hoffnung, dass alles besser wird, 
wenn Schüler nicht mehr - wie es in dem unsäglichen Jargon solcher 
Debatten heißt - "früh selektiert" werden, ist kein Konzept. Die 
Probleme im Detail, wenn völlig unterschiedlich begabte Kinder 
gemeinsam die Schulbank drücken, werden Lehrer ausbaden müssen, die 
auf diese Lage weder personell noch von ihrer Ausbildung her 
vorbereitet sind. Solche Fragen muss die SPD noch beantworten.

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Rückfragen bitte an:
Rheinische Post
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Telefon: (0211) 505-2303

Original content of: Rheinische Post, transmitted by news aktuell

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